2 Millionen Franken mehr Direkthilfe für querschnittgelähmte Menschen

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(Nottwil)(PPS) Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung erhöht 2020 den Mitgliederbestand und kann mehr finanzielle Direkthilfe zugunsten querschnittgelähmter Menschen leisten. Trotz gebremster Ertragsentwicklung im Pandemiejahr kann sie ein positives Nettoergebnis ausweisen.

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist eines der grössten Solidarwerke der Schweiz und verpflichtet sich der ganzheitlichen Behandlung und Rehabilitation von Para- und Tetraplegikern. Dies beinhaltet hochspezialisierte medizinische Leistungen, eine optimale Eingliederung in Familie, Beruf und Gesellschaft sowie spezifische Forschungstätigkeiten und lebenslange Begleitung.

Wachsende Mitgliederbasis

Ende 2020 zählten über 1,8 Millionen Personen aus 1,2 Millionen Haushalten zur GönnerVereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Rund 11’000 Gönnerinnen und Gönner entschieden sich 2020 für den Abschluss einer Mitgliedschaft auf Lebenszeit. Diese Mitgliedschaftsform machte per Jahresende 99’280 aller Mitgliedschaften aus. Die Mitgliederbeiträge und Spendenerträge beliefen sich gesamthaft auf 87,5 Mio. Franken (Vorjahr 87,0).

Mehr Direkthilfe an Betroffene

Rund 29 % oder 25,9 Mio. Franken (Vorjahr 23,8) der Mitgliederbeiträge und Spendenerträge flossen direkt an Menschen mit Querschnittlähmung in Form von Gönnerunterstützung und finanzieller Direkthilfe. Neunundzwanzig verunfallte Mitglieder bezogen Gönnerunterstützung im Gesamtbetrag von 6,8 Mio. Franken. 1220 genehmigte Gesuche für Direkthilfe machten 19,1 Mio. Franken aus. Sie finanzierten nicht gedeckte Pflegekosten, Beiträge an Hilfsmittel, Anpassungen von Fahrzeugen und Umbauten für hindernisfreie Wohnräume und Arbeitsplätze. Eine von der Schweizer Paraplegiker-Stiftung beauftragte Wirkungsmessung zeigte auf, dass es unter anderem dank ihrer Direkthilfe 71 % der Querschnittgelähmten in der Schweiz gelingt, ein grösstenteils oder komplett selbstbestimmtes Leben zu führen.

8 % mehr Pflegetage trotz COVID-19-Einschränkungen

Rund 20 % der Spenden und Mitgliederbeiträge flossen in das Leistungsfeld Medizin. Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum versorgte im vergangenen Jahr 1168 (Vorjahr 1251) Patientinnen und Patienten stationär. Bei den Querschnittgelähmten ist der Anteil hochgelähmter Patienten mit 54 % praktisch unverändert (Vorjahr 56 %). Die Anzahl an Erstrehabilitationen ist mit 149 gestiegen (Vorjahr 140). Der Anteil von krankheitsbedingten Querschnittlähmungen beläuft sich auf 54 % (Vorjahr 56 %). Bei den unfallbedingten Rückenmarkverletzungen waren Stürze (43 %), Sport- (27 %) und Verkehrsunfälle (27 %) die häufigsten Ursachen. An den durchschnittlich 173 betriebenen Patientenbetten der Klinik (Vorjahr 158) wurden 56 367 Pflegetage (Vorjahr 52 265) geleistet. Die Anzahl Pflegetage stieg damit um rund 8 %, dies trotz einer Sperrung von rund 60 Betten über mehrere Monate aufgrund der COVID-19-

Einschränkungen. Pro Patient und Tag wurden durchschnittlich 6,4 Stunden pflegerische Leistungen erbracht. Auf der Intensivstation waren es sogar über 14 Stunden pro Tag. Der Bereich ParaWork leistete für die berufliche Integration rund 19’200 Stunden im direkten Kontakt mit querschnittgelähmten Patienten und Klienten. Dies entspricht einer Zunahme um über 30 % gegenüber dem Vorjahr und von fast 80 % gegenüber 2018.

Ertragsentwicklung ausgebremst

Der Betriebsertrag wuchs auf 261,2 Mio. Franken (Vorjahr 259,9). Gleichzeitig erhöhten sich die Betriebskosten auf 262,6 Mio. Franken (Vorjahr 253,9). Die Finanzerträge und Kursgewinne machten trotz des Pandemiejahres ein positives Jahresergebnis von 1,4 Mio. Franken (Vorjahr 30,6) möglich. Die Gruppengesellschaften der Schweizer Paraplegiker-Stiftung waren unterschiedlich von den Pandemierestriktionen betroffen. Stark gebremst wurde das Ertragswachstum bei den ambulanten medizinischen Dienstleistungen der Spezialklinik, bei der Bildungsanbieterin in der Rettungsmedizin und im gesamten Seminar- sowie Gastronomiebereich. Zu einer Kostensteigerung führten insbesondere die höhere Auszahlung für direkte Hilfe an querschnittgelähmte Menschen (+2 Mio. Franken) sowie das Personalwachstum als Folge der Klinikvergrösserung und der damit verbundenen Kapazitätserweiterung im medizinischen Bereich (+6,7 Mio. Franken). Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie haben bereits auch das erste Quartal des neuen Jahres 2021 negativ bee

influsst. Die Schweizer ParaplegikerStiftung wird alles daransetzen, die Leistungen zugunsten von Menschen mit Querschnittlähmung weiter auf höchstem Niveau zu erbringen.

Digitaler Jahresbericht

Der Jahresbericht der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und ihrer Gruppengesellschaften wird vollständig digital publiziert. Unter report.paraplegie.ch/2020/de finden sich Berichte der Stiftungsratspräsidentin, Direktoren und Geschäftsführer sowie Einblicke in die Highlights des Jahres 2020. Eine Videoanimation zeigt auf, was die Solidarität der Schweizer Bevölkerung für querschnittgelähmte Menschen bewirkt.

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dzytig

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