Gesundheitsförderung bietet Hilfe an

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Gesundheitsförderung bietet Hilfe an
Gesundheitsförderung bietet Hilfe an

Ein Interview mit Frau Steffen

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?

Mein Name ist Marion Steffen, ich arbeite in der Abteilung Gesundheitsförderung Baselland im Amt für Gesundheit und bin zuständig für das Programm Gesundheitsförderung im Alter.

Warum ist Gesundheitsförderung wichtig?

Gesundheitsförderung hat zum Ziel, möglichst alle Menschen – egal welchen Alters und welcher Herkunft – zu befähigen, ihre Gesundheit zu erhalten und zu stärken. Sie fragt, was Menschen gesund macht und gesund erhält. Dazu gehört auch, Lebensbedingungen zu schaffen, die für die Gesundheit förderlich sind. Beides zusammen, gesundheitsförderliches Verhalten und gesundheitsförderliche Lebensverhältnisse, tragen bei vielen Menschen zu mehr körperlichem und psychischem Wohlbefinden bei.

Was sind die wichtigsten Tipps bezüglich Covid-19?

Herausfordernde Lebenssituationen und Krisen gehören zum Leben dazu. In der Covid-19 Situation ist es besonders wichtig, zu seiner Gesundheit zu schauen, um gesund zu bleiben.  Es gibt mittlerweile sehr viele Tipps von verschiedensten Organisationen und Webseiten. Diese sind so individuell wie seine Adressateninnen und Adressaten. Wichtig ist aus Sicht der Gesundheitsförderung, alle Verhaltensweisen fortzuführen resp. auch zu intensivieren, die das körperliche und psychische Wohlbefinden fördern. Sei es regelmässige Bewegung, gesunde Ernährung und v.a. den Kontakt mit seinem sozialen Umfeld zu halten. Zentral ist, auf andere zuzugehen, wenn es einem nicht gut geht. Normalerweise helfen Menschen gerne anderen Menschen.

Sehen Sie aufgrund von Covid-19 einen Anstieg von Fällen psychischer Erkrankung (z. B. Ängste/Folgen von Vereinsamung alleine zu Hause usw.)?

Es bedarf sicher eines differenzierten Blicks. Gerade Menschen, die bereits vor Covid-19 psychisch angeschlagen waren, leiden vermehrt unter der Situation. Andererseits gibt es auch Menschen, die durch die Situation Entlastung erfahren. Vielleicht auch, weil die Terminkalender weniger voll sind. Das Gefühl von Einsamkeit hat sich sicher bei einigen Menschen verstärkt. Dies ist sowohl bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen wie bei älteren Menschen ein Thema. Natürlich immer abhängig von Lebensumständen und persönlichen Attributen.

Besteht eine Unterstützung seitens der Gesundheitsförderung für psychisch erkrankte Personen aufgrund von Covid-19?

Seit Januar besteht das kostenlose Corona-Hilfetelefon für Personen, die infolge von Isolation/Quarantäne einen Bedarf an psychosozialer Unterstützung haben. Themen sind beispielsweise Schwierigkeiten des Zusammenlebens, Familienkonflikte, Zukunftsängste, Überforderung und Angst.

Die Vermittlung läuft via Hotline des kantonsärztlichen Dienstes (061 552 25 25), die Primar- und Sekundarschulen sowie die Hausärztinnen und Hausärzte. Ab sofort können sich Hilfesuchende auch direkt bei der Beraterin melden unter der Nummer 061 552 56 48.

Kurz vor Weihnachten 2020 wurde zudem die Aktion «Fürenand Baselland» lanciert. «Trotz Abstand: Zunenander luege, mitenander rede, enander überrasche» ist die Botschaft, die via Sprachnachricht im ganzen Kanton verbreitet werden soll. Damit soll die Solidarität zwischen den Menschen angeregt und der Bevölkerung vermittelt werden, sich, wenn nötig, Hilfe zu holen – sei es im Privaten oder bei einer Fachperson.

Ebenfalls sind auf unserer Webseite www.gesundheitsfoerderung.bl.ch verschiedene Notfalladressen, Unterstützungsangebote und Tipps aufgeführt.

Interview: Rebekka Wesp

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