Hochwasserschutz und Renaturierung am Alpenrhein

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(St.Gallen)(PPS) Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) hat am 9. Oktober 2020 in St.Gallen getagt. Dabei wurde sie über wichtige laufende Projekte zum Hochwasserschutz und zur Renaturierung am Alpenrhein informiert. Die Untersuchungsergeb­nisse des jüngsten fischökologischen Monitorings Alpenrhein wurden präsentiert. Die Ergebnisse bestätigen die ökologischen Defizite am Alpenrhein. Sie zeigen den Handlungsbedarf für die Renaturierungs­projekte. «Die Bemühungen, den Alpenrhein gezielt ökologisch aufzuwerten, sind zeitgemäss und neben der Verbesserung des Hochwasserschutzes nach wie vor wichtig», erklärte der Vorsitzende der IRKA, Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli aus dem Kanton Graubünden.

Fischökologisches Monitoring Alpenrhein – Ergebnisse 2020

Im Herbst 2019 wurden im Auftrage der IRKA fischökologische Untersuchungen entlang des gesamten Alpenrheins und an seinen größeren Zuflüssen durchgeführt (vgl. Abb. 1). Diese Untersuchungen sind ein wichtiger Teil der ökologischen Bestandsaufnahmen, welche die IRKA-Länder alle sechs Jahre gemeinsam durchführen.

Die Ergebnisse zeigen eine weitere Abnahme der Fischdichte bei fast allen Arten am Alpenrhein. Die Bewertung des fischökologischen Zustands bestätigt die bisherigen Defizite. Während im Oberlauf nur fünf Arten (Bachforelle, Seeforelle, Strömer, Groppe und Regenbogenforelle) festgestellt wurden, sind es flussabwärts der Illmündung deren 15 (vgl. Abb. 2). Dies zeigt, ebenso wie das Vorkommen der Seeforel­len im gesamten Alpenrhein, die große Bedeutung der Vernetzung mit dem Bodensee.

Lediglich die europaweit geschützte Art Strömer (Abb. 3) scheint mit den sehr eingeschränkten Lebens­bedingungen im Alpenrhein zurecht zu kommen und konnte ihre Dominanz sogar erhöhen. Auch die Zubringer am Alpenrhein vermögen die Defizite im Rhein nicht zu kompensieren und weisen keinen guten fischökologischen Zustand auf.

Der Bericht mit den Untersuchungsergebnissen kann unter www.alpenrhein.net/Fachmaterial/Publikationen heruntergeladen werden.

Wichtigkeit der geplanten Renaturierungsprojekte

Die Mitglieder der IRKA sind sich einig, dass die Untersuchungsergebnisse die Wichtigkeit der Weiter­führung der aktuell intensiv laufenden Renaturierungsanstrengungen am Alpenrhein unterstreichen. «Es ist ein wesentliches Ziel der IRKA, auch den ökologischen Zustand zu verbessern» betont der Vorsitzende Mario Cavigelli. Hierzu sind verschiedene Projekte in allen IRKA-Ländern bereits in Vorbereitung, wie das Hochwasserschutzprojekt Rhesi (Rhein – Erholung und Sicherheit) oder Aufweitungs- bzw. Renaturie­rungsprojekte in Liechtenstein, St.Gallen und Graubünden.

Information über aktuelle Projekte zu Hochwasserschutz und Ökologie

Die Vertreter der IRKA wurden im Rahmen der Sitzung über die wichtigen nationalen Projekte am Alpenrhein und seinen Zuflüssen informiert. Insbesondere wurde über das Hochwasserschutzprojekt Rhesi (Rhein – Erholung und Sicherheit) sowie über die Ertüchtigung der Rheindämme und ökologi­schen Verbesserungen auf der Strecke Liechtenstein / St.Gallen berichtet. Beim Projekt Rhesi werden derzeit Untersuchungen des Baugrundes, ökologische Kartierungen und Vermessungen durchgeführt. Diese Untersuchungen liefern wichtige Daten für die bevorstehenden Genehmi­gungsverfahren. Die Unterlagen dazu sollen bis Ende 2021 vorliegen. Beim Projekt Ertüchtigung Rheindämme wurde der Inhalt des Strategieberichts vorgestellt. Dieser orientiert sich an den über­geordneten Planungen der IRKA und sieht auf Grundlage des gemeinsam erarbeiteten Entwick­lungskonzeptes Alpenrhein ein zwischenstaatlich abgestimmtes Vorgehen vor. Die Strategie bein­haltet die Aspekte des Hochwasserschutzes und der Ökologie. Im Weiteren wurde über den Stand des Projektes zur Aufweitung in Bad Ragaz und Maienfeld orientiert.

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Weitere Verbesserungen sollen mit Sanierungen von Schwall und Sunk angegangen werden. Hierzu laufen bereits seit mehreren Jahren Untersuchungen, damit entsprechende Projekte umgesetzt werden können.

Bild: vlnr: RR Dominique Hasler, Liechtenstein; LR Christian Gantner, Vorarlberg; RR Mario Cavigelli, Graubünden; RR Susanne Hartmann, St.Gallen; Joseph Eberli, Bundesvertreter CH

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