Ostschweiz: 11% weniger ausgeschriebene Stellen als im Vorjahr

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Grösster Einbruch in den Anzeigen für Berufe der Technik und Informatik (-38%)

(Zürich)(PPS) Unternehmen der Ostschweiz schreiben in Folge der COVID-19-Pandemie im 4. Quartal 2020 11% weniger Stellen aus als im Vorjahr. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Situation stabilisiert. Dies zeigt die wissenschaftlich fundierte Erhebung des Adecco Group Swiss Job Market Index des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich. Fast alle Berufsgruppen erlitten Einbussen. Lediglich die Berufe von Industrie und Bau verharren auf Vorjahresniveau.

Der Schweizer Stellenmarkt schliesst im 4. Quartal des Corona-Jahres 2020 mit einem Minus von 15% im Vergleich zum Vorjahr. «Die erste Pandemiewelle und die darauffolgenden breit verhängten Schutzmassnahmen haben viele Unternehmen stark getroffen, was zu einem schweizweiten Einbruch in der Zahl an Stelleninseraten geführt hat. Seit diesem Einbruch ist die Zahl der Stellenausschreibungen allerdings bis zum 4. Quartal 2020 wieder um 8% gestiegen. In vielen Bereichen und gerade in der Binnenwirtschaft zeichnete sich somit eine Erholung ab, so beispielsweise über den Sommer hinweg im Gastgewerbe und Baugewerbe und zeitweise im verarbeitenden Gewerbe. Aber auch das Gesundheitswesen konnte sich erholen, als die nicht-überlebensnotwendigen Behandlungen wieder aufgenommen werden konnten1. Diese Erholung wurde allerdings durch die Einschränkungen und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der zweiten Infektionswelle gebremst, wie auch Experten des SECO angesichts der Entwicklung des BIPs dokumentieren», kommentiert Monica Dell’Anna, CEO der Adecco Gruppe Schweiz.

Zwischen den Grossregionen hingegen sind deutliche Unterschiede sichtbar: Die Zentralschweiz hat mit einem Minus von 7% im Vergleich zum Vorjahr die geringsten Einbussen erlitten, gefolgt von der Nordwestschweiz mit einem Minus von 9%. Die Ostschweiz (-11%), Genferseeregion (-13%) und der Espace Mittelland (-14%) lagen im Mittelfeld. Am stärksten zusammengebrochen ist das Stellenangebot im Grossraum Zürich mit einem Minus von 23%.

In der Ostschweiz nahm die Zahl der Stellenausschreibungen gegen Ende des Corona-Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 11% ab. Kurz nach Einführung der Corona-bedingten Schutzmassnahmen im März ist das Stellenangebot zwischenzeitlich eingebrochen. Mittlerweile hat sich die Lage in der Ostschweiz stabilisiert, wobei eine Erholung bislang weitgehend ausblieb. Die verschiedenen Berufsgruppen waren allerdings nicht alle gleich stark betroffen.

Nahezu auf Vorjahresniveau konnten sich die Berufe von Industrie und Bau mit einem Minus von 3% halten, was für die Region, in der die Exportindustrie wichtig ist, besonders relevant war. Der Corona-bedingte Lockdown im März 2020 führte zu einem Einbruch im 2. Quartal 2020, wobei sich der Stellenmarkt für diese Berufe schon im 3. Quartal wieder stark erholt hatte und sich im 4. Quartal auf diesem Niveau stabilisierte. Die Berufe der persönlichen und sozialen Dienstleistungen gingen im 4. Quartal 2020 im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr um 14% zurück, wobei Berufe des Gastgewerbes besonders stark litten. Im Vergleich zum Vorquartal zeichnet sich in dieser Berufsgruppe mit einem Plus von 5% bereits eine Erholung ab. Die Abnahme der Stelleninserate in den Unternehmensdienstleistungen hingegen fiel wesentlich stärker aus und betrug -21% im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr und -9% im Vergleich zum Vorquartal. Hierzu gehören beispielsweise Berufe von Handel und Verkauf, aber auch kaufmännische und administrative Angestellte. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Rückgang des Stellenangebotes in den Berufen von Technik und Informatik 38% und 15% im Vergleich zum Vorquartal. «Dieser Einbruch in Folge der Corona-Pandemie ist besonders massiv und betrifft insbesondere die Zahl der Stellenanzeigen für Techniker/-innen. Aus einer Konjunkturumfrage der Kantonalbank St. Gallen geht ausserdem hervor, dass kaum ein Industriebetrieb Personalmangel aufweist und dass viele Industriebetriebe ihren Auftragsbestand und ihre technischen Kapazitäten als zu gross einschätzen2», kommentiert Anna von Ow vom Stellenmarkt-Monitor Schweiz.

Auf adeccogrou

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Grafik: Ranking der Veränderungen zum Vorjahr nach Grossregionen

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